Philipp Floritz ist mit Hertha BSC Berlin noch ohne Verlustpunkt (Foto: Steinbrenner)
3. Herren-Bundesliga Nord: Hauptstadt-Klub dominiert die Konkurrenz nach Belieben und steht kurz vor dem Aufstieg

Hertha BSC eine Klasse für sich

Marco Steinbrenner 02.01.2020

Frankfurt am Main. Bei Hertha BSC Berlin kann der Meistersekt nicht nur eingekauft, sondern so langsam auch schon kaltgestellt werden. Das Team aus der Bundeshauptstadt führt die Tabelle in der 3. Herren-Bundesliga Nord ohne Verlustpunkt an. Der Vorsprung auf Rang zwei beträgt stolze sechs Zähler. Deutlich mehr Spannung verspricht dagegen der Abstiegskampf.

Hertha BSC Berlin steht kurz vor dem Meistertitel

Neun Spiele – neun Siege: Die „alte Dame“ Hertha BSC Berlin ist auf dem besten Weg, den Meistertitel zu gewinnen und damit das Saisonziel zu erreichen. „Die Hinrunde verlief besser als geplant“, verrät Abteilungsleiter Gerd Welker. Einzig umkämpft war die Partie beim TSV Schwarzenbek, als der Liga-Primus lediglich 6:4 gewann. In dieser Begegnung stand allerdings Spitzenspieler Philipp Floritz das bislang einzige Mal nicht zur Verfügung.

Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell folgt hinter den Berlinern mit einem Rückstand von sechs Zählern. „Der zweite Tabellenplatz ist für uns schon eine Überraschung“, stellt Teamsprecher Johannes Hodes klar. „Dieses Ergebnis zeigt aber auch die Qualität, die in unserer noch jungen Mannschaft steckt.“ Neuzugang Csaba Andras schlug mit einer 9:2-Bilanz im vorderen Paarkreuz direkt ein. Auch die Youngster Benno Oehme und Sven Hennig spielen nach Ansicht von Hodes eine „sehr gute Runde und zeigten vor allem im Doppel starke Leistungen.“ Bei den bislang einzigen Pleiten gegen Hertha BSC Berlin (0:6) und den TTC Champions Düsseldorf (2:6) konnte die TTBL-Reserve nicht in Bestbesetzung antreten. „In der Rückrunde wollen wir versuchen, Wiedergutmachung zu betreiben.“

Sowohl der TTC Champions Düsseldorf als auch der TTV 1957 Lampertheim weisen 11:7 Punkte auf. In der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt fällt das Fazit nach der ersten Saisonhälfte durchweg positiv aus. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden“, sagt Spieler Dr. Patrick Leis. Eine noch bessere Platzierung als aktuell der dritte Rang sei aufgrund der längeren Ausfälle von Florian Wagner, Aleksandar Karakasevic und Zbynek Stepanek „nahezu ausgeschlossen. Sportlich haben wir das Optimum aus der Situation herausgeholt.“ Besonders freuen sich die Champions auf den 28. März und das Gastspiel bei Hertha BSC Berlin. „Wir wollen ein angemessener Gegner sein und werden versuchen, das Ergebnis knapper als noch beim 0:6 in der Hinrunde zu gestalten.“

Überraschung und Zufriedenheit bei den Klubs im Mittelfeld der Tabelle

„Wir sind überrascht, dass sich die neue Mannschaft so schnell gefunden hat“, verrät Uwe van gen Hassend, Vorsitzender in Lampertheim. Enttäuschend sei lediglich der Saisonauftakt mit dem 5:5-Unentschieden daheim gegen den TSV Schwarzenbek verlaufen. Die Mannschaft liege aktuell „voll im Soll, denn unser Ziel war ein Platz unter den besten Sechs. Derzeit sind wir Vierter mit nur einem Punkt Rückstand auf Position zwei.“ Allerdings drückt van gen Hassend auf die Euphoriebremse. „Wir haben nur noch vier Heimspiele. In drei Partien kommen die vor uns platzierten Mannschaften. Auswärts sind wir anfälliger, sodass es schon fantastisch wäre, wenn wir nochmals elf Punkte holen sollten.“

Drei Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen: Der SV Union Velbert findet sich mit 9:9 Zählern auf dem fünften Rang wieder. „Wir sind mit dem Abschneiden zufrieden“, sagt Abteilungsleiter Harald Ricken. Allerdings seien noch mehr Punkte möglich gewesen. Sowohl gegen den SV Siek als auch gegen den TTC Champions Düsseldorf (jeweils 5:5-Unentschieden) bestanden Siegchancen. „Ein wenig Spielglück fehlte uns bei den 4:6-Niederlagen gegen Hannover und Lampertheim.“ Der verstärkte Einsatz der jungen Michael Tran (3:11-Bilanz) und Karl Walter (0:5) führe bislang noch nicht „zu den erhofften Ergebnissen. Der Nachwuchs braucht einfach noch Zeit und Erfahrung.“ Trotzdem weicht der Klub nicht von seiner Linie ab und wird auch in Zukunft den Weg beibehalten, jüngere Spieler in das Team einzubauen. Einmal mehr herausragende Leistungen zeigte Ex-Nationalspieler Lars Hielscher, der elf seiner 16 Einzel gewann.

„Wir sind auf dem Blatt Papier klarer Kandidat für Platz zehn“, hatte Hans Teille, Abteilungsleiter beim Aufsteiger Hannover 96, noch vor dem ersten Aufschlag verkündet. Umso erstaunlicher ist es, dass der Liga-Neuling mit 8:10 Punkten auf Rang sechs zu finden ist. Drei Zähler beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsrang. Spitzenspieler Carlo Rossi überzeugte mit einer 8:6-Bilanz und Abwehrspieler Dominik Jonack wusste im unteren Paarkreuz mit einer 6:2-Bilanz zu gefallen. Der Defensivspezialist brachte dem Berliner Philipp Floritz eine von bislang erst zwei Saisonniederlagen bei. Auch Jungen 18-Nationalspieler Heye Koepke (4:5) enttäuschte keineswegs. Gleiches gilt für Richard Hoffmann (7:4). Einzig die Nummer zwei, Maximilian Dierks weist mit 5:11 eine negative Bilanz auf. Eine Umstellung für die Rückrunde wurde nicht vorgenommen.

Auch der SC Buschhausen holte bislang acht Zähler. „Wir können mit der Hinrunde nicht vollständig zufrieden sein“, stellt Abteilungsleiter Michael Lange klar. „Unsere Leistungen waren bislang einfach zu wechselhaft, um in einer derart ausgeglichenen Liga weiter vorne mitspielen zu können.“ Außerdem sei es dem Tabellensiebten zu selten gelungen, „mannschaftlich geschlossen aufzutreten“. Hinsichtlich des vordergründigen Saisonziels Klassenerhalt liege das Team aber im Soll. Christian Strack fand nach seiner Verletzung in der Vorsaison wieder zu alter Stärke zurück und entschied elf seiner 14 Einzel für sich. „Er ist eine Art Versicherung im unteren Paarkreuz geworden“, so Lange. Manuel Kupfer, eigentlich nur als Ergänzungsspieler eingeplant gewesen, habe sich bei seinen bisherigen Einsätzen für mehr empfohlen und gezeigt, „dass er auch in der 3. Bundesliga durchaus konkurrenzfähig ist“.

Abstiegskampf verspricht für die Rückrunde viel Spannung

„Die Mannschaft liegt sehr knapp über dem Strich. Damit wurde das Zwischenziel haarscharf erreicht. Etwas mehr Luft nach oben hätte schon gut getan“, sagt Achim Spreckelsen, Abteilungsleiter des TSV Schwarzenbek, bei einem Blick auf die Tabelle. Nur das um zwei Begegnungen bessere Spielverhältnis spricht für das Team aus Schleswig-Holstein und gegen den TTC Ruhrstadt Herne. Der 6:2-Erfolg zum Abschluss der Hinrunde gegen das Schlusslicht SV Siek sei nach Ansicht von Spreckelsen deshalb „fast schon überlebenswichtig“ gewesen. Enttäuschend verlief die Partie gegen Hannover 96, als vor heimischem Publikum eine 3:1-Führung verspielt und mit 3:6 verloren wurde. Frederik Spreckelsen übernimmt aufgrund seiner starken 11:5-Bilanz die Spitzenposition von Daniel Kleinert.

Für den Tabellenvorletzten aus Herne verlief die Hinrunde „leider nicht wie von uns erhofft“, berichtet Geschäftsführer Arthur Schemp. Die beiden 4:6-Niederlagen gegen den SV Union Velbert und SC Buschhausen seien „besonders enttäuschend“ gewesen. „In beiden Partien wäre mindestens ein Unentschieden, wenn nicht sogar ein doppelter Punktgewinn, möglich gewesen.“ Diese Zähler würden dem Klub aus dem Ruhrgebiet im Kampf um den Klassenerhalt sicherlich gut tun „und wir hätten die Rückrunde ein wenig entspannter angehen können“. Das Erreichen des Vorhabens Klassenerhalt ist nach Einschätzung von Schemp aber „weiterhin realistisch“. Über die Entwicklung von Nicholas Tio zeigt sich der Geschäftsführer besonders erfreut. „Er hat eine Reihe von Topspielern geschlagen. Nicholas spielt allerdings noch zu wechselhaft, wird sich aber sicherlich noch stabilisieren.“

Als einzige Mannschaft wartet der SV Siek nach neun Spieltagen immer noch auf den ersten Saisonsieg. Bislang reichte es nur zu drei Unentschieden gegen Hannover 96, den SV Union Velbert und SC Buschhausen. Die übrigen sechs Partien wurden verloren. Sowohl in Fulda als auch in Lampertheim hatte das Schlusslicht allerdings nur knapp mit 4:6 das Nachsehen. Da der Rückstand zum rettenden Ufer und Position acht nur zwei Punkte beträgt, darf sich der Verein aus dem hohen Norden weiterhin noch Hoffnungen auf den Ligaverbleib machen.

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