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Drei Spielerinnen um Coach Daun, die 2019 den Zuschauerrekord geknackt haben, sind auch jetzt noch im Team (Foto: TuS Uentrop 2019)
Saisonvorschau: Mitfavorit TTK Anröchte sieht sich selbst eher als Anwärter auf Platz zwei bis vier

Mission Aufstieg bei Zweitligist TuS Uentrop

Katja Sturm 10.09.2021

Frankfurt/Main. Die 2. Bundesliga der Damen ist zur neuen Spielzeit wieder komplett. Nachdem in der vergangenen Saison lediglich neun Mannschaften in der Klasse am Start waren, ist nun das Feld mit zehn Teams vollzählig. Die Lücke, die der ins Oberhaus aufgestiegene TTC Weinheim und die für die dritte Liga gemeldeten Füchse Berlin mit ihrem Abschied vergrößert hatten, füllen der TTC GW Staffel, der SV Schott Jena und die DJK BW Annen auf.

Zu den Meisterschaftsfavoriten gehört der TTK Anröchte. „Wir freuen uns und sind gut vorbereitet“, kündigt Manager Manfred Vogel an. Veränderungen wurden im Kader nicht vorgenommen. Ganz bewusst, wie Vogel sagt. Die gebürtige Chinesin Shi Qi kehrt nach ihrer Babypause zurück und soll sich als Nummer zwei hinter Landsfrau Ting Yang einordnen. Als Meisterschaftsfavorit sieht man sich im Kreis Soest selbst nicht; eher als Anwärter auf Platz zwei bis vier. Die Favoritenrolle will man lieber TuS Uentrop aus Hamm überlassen.

Hier soll die Russin Elena Kuzmina die neue Spitzenkraft sein und zusammen mit der Ukrainerin Solomiya Brateyko, die nach einem Engagement in Tschechien ihre Erfahrung und Stärken nun in einer anderen Liga einbringen will, das vordere Paarkreuz bilden. Die frühere Nationalspielerin und Seniorin im Team von Trainer Alex Daun lebt mit ihrem Mann Fedor Kuzmin in Düsseldorf und habe, so ist aus ihrem neuen sportlichen Standort zu hören, „die gleichen Visionen und Ambitionen“ wie der Verein. „Ich will mit vielen Siegen zum Aufstieg beitragen“, betont die Spielerin. Bei ihrem vorherigen Klub in Annen wies sie zuletzt eine 10:0-Bilanz auf.

Personal-Akquise via Instagram

Dort hätte man sie auch sehr gut gebrauchen können. Der Wechsel stand jedoch schon vor dem Aufstieg der Wittenerinnen fest. Diese hatten ihre Premiere auf neuer Ebene frühzeitig in den Blick genommen, dann aber warten müssen. In der vergangenen, abgebrochenen Saison stand der vormalige Regionalligist zwar ganz vorne in der Reihe der Anwärter auf den Sprung nach oben. Doch die Spielzeit war zu kurz, um in die Wertung zu kommen. Stattdessen griff man auf die Ergebnisse im Jahr davor zurück; da belegte Annen nur den sechsten Platz. „Wir mussten zittern bis zum Schluss“, sagt Geschäftsführer Paulo Rabaca. Bis feststand, wer darüber hinaus das Wagnis noch eingehen wollte. „Wir sind dann sehr froh gewesen“, dass es klappte. Mit der Planung des neuen Kaders war man jedoch gezwungenermaßen spät dran.

Dennoch gelang ein Coup: Vom hessischen Drittligaklub SC Niestetal wechselt U18-Nationalspielerin und Abwehrspezialistin Sarah Rau in die höhere Klasse. Das passt laut Rabaca zum Ansinnen Annens, „Sprungbrett für junge Spielerinnen zu werden“. Er selbst hatte das Talent auf Instagram angeschrieben und war auf Gesprächsbereitschaft gestoßen. Als zweiten Neuzugang wurde die im Rheinland wohnende Thailänderin Nanapat Kola begrüßt.

Große Namen in Liga zwei: Kolbermoor und Langweid

Der Respekt der Neulinge vor großen Namen wie dem des Erstligisten DJK Kolbermoor, der mit seiner Reserve in der 2. Liga vertreten ist, und dem mehrmalige deutschen Meister TTC Langweid ist groß.  Beim früheren Europapokalsieger hat sich die Ecuadorianerin Nathaly Paredes verabschiedet, Mabelyn Enriques aus Guatemala ist dazugestoßen. Die Nähe zu den Lateinamerikanerinnen ergibt sich aus einer Kooperation mit der Tischtennis-Akademie von Thomas Wetzel in Bad Aibling, in der die Spielerinnen auf Verbandskosten üben und danach in Europa Erfahrung sammeln. Trotz der eigenen Erfolgsgeschichte und der Verstärkung sieht man sich am Lech eher im Mittelfeld.

Der SV Schott Jena hat sein Gesicht für die neue Mission, bei der man auch auf den MTV Tostedt und die DJK Offenburg trifft, stark verändert: Die Kasachin Anastassiya Lavrova ist nach ihrem Olympia-Start in Tokio in diesem Sommer zum Kader gestoßen und wird in Zukunft in Saarbrücken trainieren. Die türkische Nationalspielerin und Europameisterschaftsteilnehmerin Ece Harac, neue Nummer eins im Team, wechselt aus der heimatlichen Liga nach Deutschland, die niederländische Nachwuchsnationalspielerin Karlijn van Lierop ist für das untere Paarkreuz vorgesehen.

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